
Doppelkindergarten Wiesendangen
Neubau
Der neue Doppelkindergarten erweitert zusammen mit der kürzlich erstellten Turnhalle das Schulareal im Osten. Als Teil der Anlage nimmt der Kindergarten die Orientierung der bestehenden Schulbauten auf und dreht sich von den Einfamilienhäusern ab. Die Staffelung des Gebäudes ergibt einen sonnigen Platz im Eingangsbereich und einen geschützten, schattigen Aussenraum hinter dem Haus. Über einen gedeckten Bereich betritt man im Gebäudeversatz das Haus.
Mit der farbigen Holzfassade kann sich der Kindergarten hinter der grossen Turnhalle behaupten, zeigt seine Bedeutung und nimmt gleichzeitig Bezug zu deren Materialisierung. Die Fassadenverkleidung mit einer pflaumenfarbigen Schalung und kräftigen, roten Deckleisten lässt den Kindergarten je nach Blickwinkel anders erscheinen.
- Landschaftsarchitektur: Alexander Schmid
- Bauleitung: a-m amreal ag
- Bau der Woche auf swiss-architects.com
- Artikel auf archdaily.com





Situation
Im in den Hang gesetzten Erdgeschoss befinden sich die gemeinsam genutzten, sekundären Räume wie WC, Geräteraum, Küche und Lehrerzimmer. Die Räume werden dabei entlang einer Erschliessungszone erreicht, welche selbst die Garderobe und einen Mehrzweckbereich bildet und auf den gedeckten Eingangsbereich orientiert ist. Das Erdgeschoss ist als Sockelgeschoss massiv konstruiert und materialisiert. Als Kontrast zum Sichtbeton bilden gelbe Wandelemente Türen, Magnetwände und das Treppenhaus.
Im überhohen Obergeschoss, losgelöst von der Hanglage, befinden sich die Klassenräume. Ein heller, zenital belichteter Gang erschliesst mittig die Gruppenräume und seitlich die Haupträume, welche in drei Himmelsrichtungen Ausblicke in die Umgebung ermöglichen.

Erdgeschoss

Obergeschoss

Längsschnitt



Die tafelartige Wand- und Deckenverkleidung in Weisstanne macht den Holzbau des Obergeschosses erfahrbar und schafft eine geborgene Atmosphäre im Kontrast zur Betonwelt im Erdgeschoss. Die Haupträume sind so gegliedert, dass verschiedene räumliche Bezüge und Unterteilungen möglich sind. Mit einer Schiebetüre kann jeweils ein Gruppenraum nach Wunsch dazu geschlossen werden. Über einen Vorhang können die Haupträume variabel getrennt und mit einem mobilen Korpus wiederum in Zonen gegliedert werden. Die aussenbündigen Kastenfenster sind so tief, dass sie als Nischen funktionieren.


Loggias ermöglichen den Haupträumen im Obergeschoss einen direkten Aussenbezug. Ein Oblicht und die umlaufenden Stäbe der Fassadenverkleidung schaffen einen klar definierten Raum, der als Aussenklassenzimmer genutzt werden kann.



Westfassade

Querschnitt

Südfassade